Turgutreis
N 036° 60'  E 027° 15,3'

Diesen Hafen kennen wir schon von unserer ersten Reise 2006 in die Türkei. Nach kurzer Überfahrt von 13 Meilen erreichen wir den Hafen noch vor Mittag. Wir sind wieder begeistert vom Service und der Ausstattung dieses 5-Sterne-Hafens. Hier liegt kein Blütenblatt oder sonstiges auf den Wegen. Wenn nur das Einklarieren nicht wäre, und zwar in folgender Reihenfolge. 

  • Hafenarzt

  • Hafenmeister

  • Passportpolice

  • Zollbehörde

Ausnahmen werden nicht gemacht.
Alle sitzen, Gott sei Dank, im selben Gebäude, aber kurz nach Mittag ist der Hafenarzt nicht auffindbar. Ich soll gegen 16 Uhr wieder kommen. Aber auch dann ist kein Arzt zu finden. Ich soll zur Marina zurück und den Arzt anrufen. Er würde dann kommen. Der Anruf hat keinen Erfolg und im Marinabüro (deutschsprachig) empfiehlt man mir, es am nächsten Tag gegen 10 Uhr zu versuchen, dann kämen Fähren an. Nun gut, um 1/4 vor 10 stehe ich in der Hitze vor dem Gebäude., abgeschlossen. Man lächelt mich von innen an und schließt dann 1/2 Std. später auf. Die Tür zum Büro des Arztes ist offen aber niemand zu sehen. Ich rufe und höre als Antwort ein Grunzen aus dem Nebenraum. Dort sitzt er, würdigt mich keines Blickes und zeigt auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. Ich setze mich. Er malt mit einem Filzstift und einer Schriftenschablone Zahlen auf ein Blatt Papier " 104." Der Stift passt nicht richtig und nach jeder Zahl wird die Schablone neu ausgemessen, damit auch alle auf gleicher Höhe sind. Dann wird noch die Null rot ausgemalt. Jetzt sieht er mich das erste Mal an und erheischt meinen Beifall. Ich nicke und sage "very nice", aber er schüttelt den Kopf und wirft alles in den Papierkorb. Auf ein Neues?? Nein, er kontrolliert die Schiffspapiere und trägt die Daten in seinen Computer ein. Heimathafen "Hameln" gibt es bei ihm nicht. Vielleicht Bremen? Nein Hameln. Oder Hamburg? Ok, wir entscheiden uns für Hamburg. Dann plötzlich ein Telefongespräch, seine Bank. Er sucht Belege in Kartons und Papierstapeln, eine geschlagene 3/4 Stunde. Dann kommt seine Frau, übernimmt das Gespräch, redet wie ein Wasserfall und nach weiteren 10 min ist der Fall geklärt. Ohne sich weiter um seinen Computer zu kümmern, bekomme ich dann in Sekundenschnelle 12 Stempel und ich darf gehen. Die anderen Stellen laufen recht glimpflich ab und nach 2 1/2 Std. bin ich wieder an Bord.
In der Stadt der übliche Touristenrummel, nur viel ausgeprägter, als wir in Erinnerung hatten. Leder- und Schmuckläden prägen das Stadtbild und mit der Restaurantwirten sind wir schnell per "DU". Am nächsten Tag geht es zum Barber. Auf 3 mm ist seine Maschine eingestellt und meine Lockenpracht fällt ihm zu Füßen. Dann wird noch rasiert, massiert und unbekannte Düfte auf meinem kahlen Haupt verteilt. Auch Inge muss dran glauben. Zwischendurch wird Tee für uns besorgt und ein Schnack mit dem Nachbarn gehalten. Dann geht es shoppen (kein Kommentar).

Ansteuerung Turgutreis Am Strand
Im Hafen Nach dem Barber

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