Pozzallo
N 036° 43,2'  E 014° 50,8'

05.08
Heute wollen wir weiter an die Südspitze und haben uns Pozzallo als Ziel ausgewählt. Es steht uns ein 70 Meilen Schlag bevor, wir legen um 7:30 Uhr ab und frühstücken auf See. Der Wind steht günstig, ist nur noch zu schwach, um eine akzeptable Geschwindigkeit zu fahren. So läuft die Maschine mit und erst auf Höhe Licata können wir auf sie verzichten. Nun laufen wir mit 6-7 Knoten und sogar über 8 Knoten SOG, weil der Strom etwas schiebt. Nun treffen wir auch Yvonne und Klaus wieder, die in Licata Station gemacht hatten. Ab Cap Scaramia haben wir mehr raumen Wind, der zum Segeln nicht mehr ausreicht und die Maschine muss wieder helfen.
Gegen 17 Uhr erreichen wir Pozzallo. Der Jachthafen ist zu flach für uns und wir versuchen einen Platz im Handelshafen zu finden, der fast leer ist, doch an der sehr hohen Kaimauer wollen wir ohne Hilfe nicht anlegen. In der nordöstlichen Ecke befindet sich ein kleiner Steg mit ausreichend Tiefe, der aber voll belegt ist. Keine Marineros in Sicht und auch auf UKW meldet sich keiner. In der Südwestecke des Hafen entdecken wir eine Steganlage, die zu einem Werftbetrieb gehört, und auf Anfrage können wir auch die Nacht über hier bleiben. Yvonne und Klaus kommen mit ihrer "Alba Blu" auch und machen fest. Gegen 20 Uhr kommt ein Uniformierter und macht uns klar, dass wir hier nicht bleiben dürfen, da dieser Steg nur für Reparatur und Servicezwecke vorgesehen ist. Es beginnt ein halbstündiges Palaver über Warum und Wieso, doch der Uniformierte, dem das sichtlich unangenehm wird,  bleibt hart, wir müssen weg. Er gibt uns einige Telefonnummern, die wir anrufen, doch die Verständigung ist schwierig. Schließlich kommt ein Marinero mit einem unbeleuchteten Schlauchboot, holt uns ab und bugsiert uns mit riskanten Manövern zwischen Steinschüttung und Steg an den Anleger der Nordostecke. Er spricht etwas deutsch und verlangt utopische Preise für unsere beiden Boote. Auf Handel läst er sich nach Rücksprache mit seinem Chef nicht ein. Wir wollen nicht, dass man unsere Situation ausnutzt, legen wieder ab und ankern draußen vor dem Hafen. Wir köpfen mit Yvonne und Klaus noch eine Flasche Wein und legen uns Schlafen. Es steht gehöriger Schwell in der Bucht und Debby wird seekrank. Um 7 Uhr geht der Anker auf und wir verlassen diesen unfreundlichen Ort, der in krassem Gegensatz zu unseren Erfahrungen an der Südküste Siziliens steht.

Ein Segler am Nachbarsteg hat einen Hai gefangen.

Unsere Bemühungen sind trotz neuer Angelausrüstung bisher erfolglos.