Katapola auf Amorgos
N 036° 49,8'  E 025° 51,8'

Wir haben nur einen kurzen Schlag vor uns, es geht nach Katapola, um die Strecke zu den Levita-Inseln etwas zu verkürzen. Es ist zwar Meltemi mit 5-7 Bf. angesagt, doch es sieht gut aus und wir segeln los. Vor den südlich Naxos gelegenen Inseln sind wir noch in Abdeckung, doch dann geht es innerhalb von Minuten los. Ohne Vorwarnung laufen wir in 1-2 m hohe See mit Böen bis 7 Bf. Nachdem wir gerefft haben, läuft das Schiff unter der kleinen Kutterfock gut, trotzdem fliegt uns nach kurzer Zeit die zweite Segellatte aus der Tasche und landet auf dem Seitendeck. Eine absolute Nachlässigkeit unseres Segelmachers aus Lübeck. Die Latten waren angespitzt wie Pfeile und hatten sich nach oben durch das Segel gebohrt. Wir hatten nicht viel Zeit über die Konsequenzen nachzudenken und waren froh, nach ca. 15 sm die Einfahrt in die Hafenbucht zu erreichen. Hier wehte es zwar auch noch ordentlich, aber beim Anlegen hatten wir keinen Seitenwind und konnten vor 50 m Kette die Leinen fest machen.
Der Ort entspricht genau dem Klischee, dass ich mir von den Kykladen erhofft hatte. Weiße Gebäude mit blauen Fenstern und Türen. Der als verschlafen beschriebene Ort entpuppt sich als touristisch voll erschlossen. Weil wir relativ früh ankamen, ergatterten wir einen der beliebten Plätze am Kai und hatten den ganzen Abend bis spät in die Nacht hinein  das Treiben vor Augen. Dazu kamen noch die Ankermanöver der ankommenden Yachten, die für Aufregung sorgten und manchen Anker herausrissen. Besonders hervorgetan haben sich dabei die Franzosen und die Leidtragenden waren die Engländer. Ankersalat ohne Pause, aber wir sind bisher glimpflich davon gekommen. 
Am späten Abend legt noch ein Fischer am Fähranleger an und verkauft seinen Fang. Jede Menge Tun- und Schwertfisch, und auch wir decken uns mit einer 1,4 kg schweren und 5 cm dicken Scheibe ein. 
Der Wetterbericht beschert uns einen weiteren Tag in diesem zauberhaften Ort und ein leckeres Abendessen. Eine 2. Portion liegt bis morgen in der Tiefkühlung, denn z.Zt. haben wir genug Strom.

Auf See
Impressionen aus Katapolo
Spät abends legt ein Fischer an und verkauft seinen Fang und der kommt direkt in unsere Küche