Juni 2011


01.06.
Wir liegen in Porto Augusto auf Arki vor Buganker am Kai. Tagsüber ist es sehr angenehm, doch abends, wenn die Chartercrews einlaufen, wird es hektisch. Unser neues Dinghi zieht Wasser und muß geflickt werden, zwar nicht perfekt aber mit 1/2 Liter pro Tag können wir vorerst leben. Aus der Nachbarbucht (Porto Stretto) kommen Bekante aus Kusadasi zu Fuß herüber. Dort liegen 3 solide Bojen und man kann baden, was hier im Hafen nicht zu empfehlen ist.



Porto Augusto
Das Schlauchboot ist geflickt


02.06. - 06.06. Porto Stretto
Nachdem uns abends eine Chartercrew den Anker herausgerissen hat, legen wir ab und gehen auch nach Porto Stretto. Die Mooringleinen sind vertauenerweckend, das Wasser ist mit knapp 22°C noch kalt aber wir baden täglich. Man kann von hieraus schöne Spaziergänge über die Insel machen. Abends trifft man sich in der Taverne bei gutem Wein und abwechslungsreicher Kost. Die hoffentlich letzten Reparaturen werden erledigt und wir geniessen die Ruhe.



Hier liegt auch die Balaban 1 mit Dagmar, Jürgen und Tibetterrier Argus aus Kusadasi.
Porto Stretto


Ein paar Eindrücke von der schönen Umgebung.




Isidoros, Fischer und Wirt der Taverne
Seine Eltern. Eine Speisekarte gibt es nicht. Die Mutter kocht leckere, traditionelle Gerichte, nur die Nachspeisen sind zu süß.


07.06. - 09.06. - Lipsi Hafen
nur ein paar Meilen südlich machen wir auf Lipsi Station. Wir kommen früh an und können die Ankermanöver der ankommenden Charteryachten beobachten. Es wird eng und der Ankersalat am nächsten Morgen stellt sich prompt ein.


Am 08.06. kommen auch Liesel und Heinz mit Anita und Peter aus Kusadasi an, die auf der Rückreise aus Alanya sind. Wir verbringen gemeinsam einen netten Abend in einer Taverne am Hafen.


10.06. - 14.06. - Leros
Nach einer unruhigen Nacht mit viel Schwell geht es weiter nach Leros. Leider kein Wind aber eine grobe Welle, doch die paar Meilen überstehen wir. Der Propeller soll überprüft werden, doch der "Mechaniker" hat keine Ahnung und empfiehlt mir einen Ölwechsel. Der nächste Tag geht mit Bootsreinigung und Wäschewaschen drauf. Bevor wir weiter fahren, müssen nuch einige wichtige Angelegenheiten erledigt werden und so mieten wir ein Auto für 2 Tage und erkunden die Insel.




15.06. - Levitha
Wir wollen weiter nach Amorgos und machen einen Zwischenstop auf Levita. Diesen Ort hatten wir schon mehrmals besucht. Leider keine Telefon- oder Internetverbindung an diesem einsamen Ort. So müssen wir auf Wetterinformationen verzichten. In der Taverne gibt es wieder Ziege oder Fisch. Der steinige Weg dorthin wird jetzt mit EU-Geldern ausgebaut und ca. 100 m sind fertiggestellt. An der Baustelle liegt eine Ziege in der Badewanne.



16.06.
Katapola auf Amorgos
Wir legen früh ab, um einen guten Platz im Hafen von Katapola zu erwischen. Wir haben guten Segelwind, doch als wir kurz vor der Hafenbucht die Machine zum Segelbergen anschmeißen, fällt sie nach kurzer Zeit aus, leider der Wind auch. Wir treiben mit 0,2-0,5 Kn in der Bucht herum und ich habe Zeit, den Fehler zu suchen. Anscheinend sind die Filter dicht und ich lege eine Leitung direkt in den Reservetank. Doch der ist nach 10 min leergesaugt und wir schaffen es gerade noch bis auf Ankertiefe und müssen auf 23 m ankern. Nun umgehe ich alle Filter und sauge direkt aus dem Haupttank (Risiko). Nach 2 Std. läuft die Machine wieder und wir bekommen auch noch einen guten Platz an der Mole. Am nächsten Tag mieten wir ein Auto und besorgen Ersatzfilter. Das Problem scheint behoben zu sein.




Schöne Buchten im Nordosten
Ein typisches Auto


19.06. - 22.06.
Astipalea
Unser Ziel, Santorin, geben wir wegen der Wetterlage und der unsicheren Maschine auf und nehmen Kurs auf Astipalea, einer der schönsten Orte der südlichen Cycladen. Der Wind ist perfekt und wir stellen mit 9,5 Kn einen neuen Geschwindigkeitsrekord für uns auf. Doch der nächste Schreck folgt bald. Als wir die Westspitze von Astipalea erreicht hatten, schläft der Wind ein und wir müssen weiter mit Maschine. Eine halbe Stunde, dann ist wieder Schluß. Inzwischen kenne ich mich ja aus und das Prozedere beginnt von vorn. Als die Maschine wieder läuft, geht es die paar Meilen mit Schleichfahrt in die Maltezana-Bucht. Der Anker fällt auf 8 m und wir liegen gut. Der nächste Tag geht mit Telefonaten mit den Volvo-Experten in Deutschland, Belgien und Leros drauf. Keiner weiss Rat und wir sollten zurück nach Leros und die Einspritzpumpe auswechseln. Es ist Starkwind mit 35 Kn (8 Bf) aus NNW angesagt, und obwohl wir nur nach NNO laufen müßten, wollen wir uns das ohne funktionierende Machine nicht antun. Für die nächsten 6-7 Tage ist keine Besserung zu erwarten, also entscheiden wir uns für eine Route südlich Kos, die mit halbem Wind zu schaffen sein muß.

 



23.06.2011
Wir sichern alles im Schiff und verlassen die Bucht. Es empfängt uns eine grobe See und als wir aus der Abdeckung der Insel heraus sind, auch der entsprechende Wind. Das Groß wird geborgen und die kleine Fock, die wir am 2. Vorstag führen, kommt zum Einsatz. Wir haben halben Wind und laufen stabil mit 4 -5 kn durch die 3 m Wellenberge. Nach ca. 6 Std. Schaukelei bei 7-8 Bf. beschließen wir ( kurz vor Kos), weiter in die Türkei, nach Marti Marina zu laufen, immer noch die Angst im Nacken, dass die Maschine nicht läüft. Wir rufen einen Freund, Illker Kaaralp, an und avisieren uns für Mitternacht. Hinter der Südspitze von Kos wird es ruhiger (20-25 kn). Es sind zwar noch 60-70 Meilen, doch so entgehen wir dem zunehmendem Wind der nächsten Tage. Die Fahrt zieht sich. Von Winsstille bis 6 Bf. ist alles dabei. Doch wir haben Zeit. Um 5 Uhr erwarten uns die Marineros 1 Meile vor dem Hafen. Geschafft !! Jetzt kommt auch unsere Maschine wieder zum Einsatz und wir machen sicher in der Marina fest.
24.06. - 25.06
Der nächsten Tage geht mit Fehleranalyse drauf. Die Förderpumpe wird gescheckt, die Einspritzpumpe und Filter geprüft, ein paar Leitungen profilaktisch ausgewechselt und eine mehrstündige Testfahrt absolviert.
Sie Läuft !!
Inzwischen liegen die Windmeldungen von Kos-Airport bei über 40 Kn. und auch hier weht es mit knapp 30 Kn. Unsere Entscheidung war richtig und wir hoffen auf eine ruhige Woche hier in Marti.