21.06.- 23.06.2010 - Potamias

Am 22.06 entschließen wir uns zu Weiterfahrt. Wir wollen eigentlich in Skala Sikias, an der Nordseite der Halbinsel, doch der Wind steht gut. Wir machen gute Fahrt mit 7-8 Kn. und steuern die 60 Meilen entfernte Insel Thasos an. Es geht dicht an Akti (Berg Athos) vorbei und die Klöster sind gut zu erkennen. Es ist schon spät, als wir die Südspitze von Thasos erreichen. Eine Gewitterfront kommt näher. Als einziger brauchbarer Schutz scheint uns die Skala Marion zu sein, wo wir uns hinter einer massiven Steinschüttung verstecken wollen. Gerade als wir den Hafen anlaufen, geht es los. Der Anker fällt direkt hinter der Mole auf 4 m Tiefe. Wir können nicht mehr als 22 m Kette stecken, um nicht am Sandstrand zu landen. Von der Steinschüttung bis zum Sandstand sind es nur knapp 100 m. Der Wind geht innerhalb von Sekunden von 15 auf über 45 Knoten hoch. Sofort haben wir auch über einen Meter Welle und wir werden hin und her geworfen, wie von einem Terrier, der eine Ratte im Genick gepackt hat. Das Schiff dreht 90° in beide Richtungen und wird brutal von der Kette gestoppt. Ich versuche, dem Schiff mit Maschinenunterstützung zu helfen, doch es nütz wenig. Nach10-15 Minuten wird es uns zu gefährlich, denn wir haben nur noch ca. 20-30m zum flachen Stand. Wenn der Anker slipt oder die Kette bricht, geht das Schiff verloren. Auf dem Vorschiff kann sich keiner aufhalten, und wir bedienen den Anker von hinten. Mit voller Maschinenkraft schaffen wir es, den Hafen zu verlassen. Noch eine halbe Stunde werden wir gebeutelt und drehen ab an die Südküste, wo wir uns etwas besseren Schutz erhoffen. Nun sehen wir nach dem Anker, den wir von hinten gezogen hatten. Ein 25 kg Bügelanker mit einem Schaft 21x110 mm war um 30° verbogen, hatte sich in der Bugrolle verklemmt und ließ sich nur mit großer Mühe wieder lösen. Das die Kette gehalten hat, ist ein Wunder. Östlich von Limenaria fanden wir eine windgeschützte Bucht, doch der Schwell ließ uns nicht schlafen. Am nächsten morgen wechseln wir den Anker gegen einen 20 Kg Delta-Anker. Auch der WASI Power Ball ist am Schaft verbogen, sitzt aber so fest, dass er mit Bordmitteln nicht zu wechseln ist.  Es geht weiter in die herrliche Bucht von Potamias, etwa 16 Meilen an der Nordostküste, wo wir uns erst einmal von dem Stress erholen müssen. Ein ruhiger Touristenort mit gepflegtem, kilometerlangem Sandstrand. Wir genießen das sonnige Wetter und beobachten abends den heiligen Berg, um den immer noch Gewitter toben. 

 



Unterwegs begleiten uns Delfine
Ein Kloster am heiligen Berg. Es sind Baukräne zu erkennen und auch Straßen. 
Uns gelingt ein kurzes Video (ca. 20 sec.) Klick



Der verbogene Ankerschaft 21x110 mm
Potamias, hier können wir relaxen.