30.06.2010 - 03.07 - Bozcaada

Nun geht es aber wirklich weiter. In der Nacht haben uns Mücken, die Hitze und Jugendliche mit ihren Motorrädern gequält. Bei Sonnenaufgang legen wir ab und haben zunächst wieder mal keinen Wind. Nach 1 1/2 Stunden können wir Segel setzten und kommen auch ohne Maschine gut voran. Als wir Gökceada passieren, bekommen wir eine Winddrehung und der Wind frischt auf. Wir müssen reffen und können den Kurs nicht mehr halten. Wir legen Lesbos an, können dann aber ca. 1/2Std. später auf den alten Kurs zurückkehren und erreichen, endlich mal unter Segeln, Bozcaada. 
der nächste Tag geht mit Bootwaschen, Wäschewaschen und Bunkern drauf. Das Wetter ist herrlich und Mücken gibt es auch keine. Doch dann hält uns erstmalig in dieser Saison der Meltemi mit 25-30 Kn. Wind fest. Auch nachts wird es kaum ruhiger. Aber wir haben noch Zeit, könnten auch vor dem Wind ablaufen, ist aber bei der Welle kein Vergnügen. Laut Wetterbericht wird es die nächsten Tage auch nicht besser. Direkt vor unserem Liegeplatz ist eine kleine Taverne, in der wir die WM verfolgen können.

 



Am Nachmittag des 1. Juli wird ein Baumstamm schräg auf dem Kai befestigt und die dort liegenden Boote müssen ihren Platz verlassen. Am Abend wird uns klar, warum. Das halbe Dorf versammelt sich am Kai, Offizielle halten eine Rede und ein Anker aus Blumen wird mit Singen der Nationalhymne dem Wasser übergeben. Es folgen Schwimm- und Tauchwettbewerbe, Surfer und Jetskifahrer zeigen ihre Künste und als Höhepunkt versuchen die Jugendlichen, die an der Spitze des Mastes angenagelte türkische Fahne abzureißen. Leider ist der Baumstamm mit einer dicken Schicht Schmierseife versehen, sodass es vieler Versuche bedarf, bis es endlich einer schafft.
Wir haben einen Logenplatz, denn wir sind das 1. Boot in der Reihe und der Stamm ist keine 10 m von uns entfernt. Nach der Siegerehrung verzieht sich alles schnell wieder und es kehrt Ruhe ein.