Im Gökova-Golf (20.07.09- 26.07)

Nun machen wir uns auf, die weitere Umgebung zu erkunden. Dabei müssen wir auf günstigen Wind zur Umrundung von Kap Knidos warten. Der Wetterbericht sieht gut aus und am 20.07. geht es zunächst nach Palamut, einem kleinen Hafen 6,5 Sm östlich von Knidos. Der Wind dreht von NO über Süd auf NW und bringt alles zwischen 3 und 25 kn. Wir erreichen Palamut am frühen Nachmittag und bekommen einen Platz an der Westmole, auf Nachfrage mit 3,5 m Wassertiefe. Beim Anlegen sitzen wir mit dem Ruder auf Felsbrocken und können uns nur schwer am Anker wieder hinaus ziehen. Etwas weiter finden wir einen Platz mit 10 cm Wasser unter dem Ruder und machen fest. Der Ort ist touristisch gut erschlossen. Es herrscht beschauliches, dörfliches Treiben und wir entscheiden uns für das Restaurant Liman, in dem man uns die beste Dorade serviert, die wir seit Jahren gegessen haben. Zubereitet in einer Kasserolle mit ein paar Millimetern Olivenöl und dann mit dem Gemüse gegrillt. Eine Delikatesse. Der Wetterbericht verspricht Gutes und wir machen uns am frühen Vormittag auf die Weiterfahrt.

Palamut Palamut Westmole
Palamut Liman Restaurant Kap Knidos umrundet

Zunächst laufen wir mit leichtem Südwind auf Cökertme, an der Nordküste des Gökova-Golfes zu. Doch die Freude währt nicht lange. Wie mit einem Schalter umgelegt, brist es auf. Wir wechseln rechtzeitig auf Sturmbesegelung und trotzdem surfen wir mit fast 10 Kn. die Wellen hinunter, die mit gut 2 m Wellenhöhe unter uns hinweg rauschen. Das Schiff ist kaum zu bremsen und trotzdem zeigt der Plotter nur 5-6 Kn. über Grund. Der Autopilot knallt gegen die Anschläge und ich muss von Hand steuern. Nach 37 Sm erreichen wir die halbwegs geschützte Bucht von Cökertme, die uns seit 2006 in guter Erinnerung geblieben ist.

Der Anlegesteg von "Rose Mary" tanzt im Schwell aber die Marineros sind routiniert und machen uns sicher fest.

Inzwischen sind wir schon 2 Tage hier. Keine Wetterbesserung in Sicht. Die Temperaturen steigen auf 40°C, aber nachts kühlt es sich ab. Die Elektrik auf dem Steg ist abenteuerlich und heute habe ich mit meiner Klimaanlage für 2 Std. alles lahm gelegt. Debby hat das kühle Nass schätzen gelernt und springt ohne Aufforderung vom Steg ins Wasser, denn nur so können wir die Hitze überstehen.

Das Essen bei "Rose Mary" preiswert und gut, besonders die Meeresfrüchte Tagsüber Marineros, abends perfekte Gastgeber
Als wir nach 3 windigen Tagen ablegen, werden wir mit Sirenen verabschiedet.

Ca. 18 Meilen weiter östlich finden wir die herrliche Bucht Akbük Limani. Es ist Samstag (Crewwechsel bei den Charterunternehmen) und wir sind fast die einzigen Segler (neben einigen Gulets, die aber nur kurzzeitig Badegäste bringen), die an den Stegen liegen. Es herrscht reges Treiben, denn die Wochenendausflügler mit ihren Kindern bringen Debby in Wallung.

Das Wasser ist kristallklar und ich mache die ersten Kopfsprünge meines Lebens Siesta auf Stühlen im Wasser